Anorganische Chemie ist eine frei verfügbare Einführung in die anorganische Chemie. Details zum Buch finden Sie im Editorial....


Iod

Autor: H. Lohninger

Ordnungszahl 53
Symbol I
CAS-Nr. 7553-56-2
Atomgewicht 126.90447 amu
Elektronenkonfiguration [Kr] 4d10 5s2 5p5
Schmelzpunkt 113.5 °C
Siedepunkt 184.3 °C
Dichte 4.930 g/cm3
Wasserlöslichkeit 0.165 g/l [25°C]
Quellen: Enghag 2004 , Wieser 2011
Geschichte

Iod wurde 1811 von B. Courtois zum ersten Mal aus der Asche von Meeresalgen freigesetzt. Allerdings erkannte erst J.L. Gay-Lussac 1813, dass es sich bei dem violetten Dampf um ein neues chemisches Element handelt.

Vorkommen
Iod kommt in der Natur nicht gediegen vor, ist aber in Form des Iodids und auch des Iodats weit verbreitet (wenn auch in geringen Konzentrationen). Relativ viel Iod (bis zu 1%) enthält Chilesalpeter in Form des Lautarits, Ca(IO3)2. Seetang reichert Iod aus dem Meerwasser an, so dass die Asche von Seetang Iodide enthält.
Eigenschaften
Die blauschwarzen Iodkristalle sublimieren bei Zimmertemperatur und bilden einen violetten Dampf. Ref.: Wikimedia Commons, user Jurii

Iod bildet blau-schwarze Kristalle die bereits bei Zimmertemperatur zu sublimieren beginnen und einen violetten Dampf bilden (siehe Foto rechts). Festes Iod ist ein Halbleiter und kristallisiert in Schichten. Iod ist in Wasser nur schlecht löslich (0.16 g/l), löst sich aber in vielen organischen Lösungsmitteln sehr gut. Die Lösung von Iod in Alkohol wird Iodtinktur genannt und wurde früher zur Desinfektion von Wunden eingesetzt. Iod bildet mit Stärke eine blaue Einschlussverbindung, die es erlaubt selbst kleinste Mengen an Iod nachzuweisen.

Darstellung
Im Labor lässt sich Iod ähnlich wie Brom oder Chlor durch Reaktion von Schwefelsäure und Braunstein mit Kaliumiodid darstellen. Die technische Herstellung von elementarem Iod erfolgt aus dem Iodat des Chilesalpeters. Dabei wird das Iodat (bzw. die Iodsäure) mit Hilfe von schwefeliger Säure zu Iodwasserstoff reduziert, der mit einem Teil der Iodsäure zu elementarem Iod weiter reagiert:

HIO3 + 3 H2SO3 HI + 3 H2SO4
HIO3 + 5HI 3 H2O + 3I2

Verwendung

Iodverbindungen werden sowohl in der organischen Chemie als auch in der Medizin vielfältig eingesetzt. Die Schilddrüse benötigt zum korrekten Funktionieren Iod. Bei Iodmangel entwickelt sich eine stark vergrößerte Schilddrüse (Kropf), weshalb man Speisesalz mit Natriumiodid versetzt.

In Halogenlampen sorgt beigefügtes elementares Iod für den Rücktransport des an der Glasoberfläche abgeschiedenen Wolframs in Form des Iodids. Das Wolframiodid zersetzt sich am Glühfaden und scheidet Wolfram ab. Dadurch verliert der Glühfaden nicht mehr an Dicke, was die Lebensdauer der Lampe entsprechend erhöht. Die Glühfadentemperatur kann man dadurch deutlich erhöhen, was zu einer höheren Lichtausbeute führt. Außerdem wird der Lampenkolben nicht mehr geschwärzt.



Last Update: 2013-08-08