Kaliumchlorat
Autor: Hans Lohninger
CAS-Nr. | 3811-04-9 |
Formel | KClO3 |
Molmasse | 122.55 g/mol |
Schmelzpunkt | 370 °C |
Siedepunkt | Zersetzung bei 400 °C |
Dichte | 2.32 g/cm3 |
Löslichkeit in Wasser [20°C] [100°C] | 73 g/L 555 g/L |
Kaliumchlorat, KClO3, ist das Kaliumsalz der Chlorsäure und wird hauptsächlich als Oxidationsmittel eingesetzt (z.B. in Zündhölzern oder in Feuerwerkskörpern). Kaliumchlorat wurde früher auch in Sprengstoffen eingesetzt, allerdings ist dessen Gebrauch aufgrund seiner Gefährlichkeit weitgehend durch sicherere Sprengstoffe ersetzt worden. Kaliumchlorat ist im Gegensatz zu Natriumchlorat nicht hygroskopisch und eignet sich deshalb zum Einsatz in pyrotechnischen Produkten. Kaliumchlorat ist auch Bestandteil des "Holländischen Bads" (30 % Salzsäure, 20% Kaliumchlorat, 50 % Wasser), das zum Ätzen von Kupferstichen verwendet wird.
Im Labor kann Kaliumchlorat als Sauerstoff-Lieferant benutzt werden, da es beim Erwärmen in Kaliumchlorid und Sauerstoff zerfällt:
2 KClO3 2 KCl + 3 O2
Durch Zugabe von Braunstein, MnO2, kann die Zersetzungstemperatur durch die Katalysatorwirkung des Braunsteins bis auf ca. 150°C herabgesetzt werden.
Kaliumchlorat reagiert sehr heftig mit oxidierbaren Substanzen wie Schwefel, Kohlenstoff oder Phosphor, wobei es speziell mit Phosphor zu sehr heftigen Explosionen kommen kann.
Kaliumchlorat kann auf zwei prinzipiellen Wegen dargestellt werden: Durch Elektrolyse einer Kaliumchloridlösung oder durch Einleiten von Chlor in Kalilauge. Bei der Einleitung von Chlor entsteht primär Kaliumhypochlorit, dass dann durch die reaktionsbedingte Erwärmung in Kaliumchlorid und Kaliumchlorat disproportioniert:
Cl2 + 2 KOH KClO + KCl + H2O
3 KClO KClO3 + 2 KCl
Alternativ kann Kaliumchlorat auch durch Fällung aus einer Natriumchlorat- oder Calciumchloratlösung mit Kaliumchlorid dargestellt werden.
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